
Long-COVID, Post-COVID & Postvirale Syndrome – Ursachen, Diagnostik & Therapie in Hamburg
Long-COVID, Post-COVID & Postvirale Syndrome – Ursachen, Diagnostik & Therapie in Hamburg
Long-COVID, Post-COVID und andere postvirale Syndrome
Ursachen, Symptome, Diagnostik und moderne Therapieansätze
Was bedeuten Post & Long-COVID?
Nach einer akuten Infektion mit SARS-CoV-2 entwickeln viele Menschen innerhalb weniger Wochen wieder ein normales Gesundheitsgefühl. Doch bei einem Teil der Betroffenen halten Beschwerden länger an oder treten neu auf. Dies bezeichnet man als:
- Post-COVID-Syndrom: Beschwerden länger als 12 Wochen nach Infektion
- Long-COVID: Beschwerden länger als 4 Wochen nach Infektion
Die Symptome sind sehr unterschiedlich und können den Alltag massiv beeinträchtigen.
Typische Beschwerden bei Post-COVID und anderen postviralen Syndromen
- Chronische Erschöpfung („Fatigue“)
- Belastungsintoleranz, oft Verschlechterung nach körperlicher oder geistiger Anstrengung („Post-Exertional Malaise“)
- Konzentrationsstörungen („Brain Fog“)
- Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen
- Herzrasen, Blutdruckschwankungen, Schwindel (z. B. POTS-Syndrom)
- Kurzatmigkeit, anhaltender Husten
- Schlafstörungen
- Verstärkte Infektanfälligkeit
- Depressive Verstimmungen, Ängste
Solche Symptome kennt man auch von anderen postviralen Erkrankungen, etwa nach Pfeifferschem Drüsenfieber (EBV), Influenza oder anderen schweren Infekten.
Mögliche Ursachen und Mechanismen
Die Ursachen sind komplex und multifaktoriell. Forschung und klinische Erfahrung deuten auf mehrere parallele Mechanismen hin:
- Chronische Entzündungsprozesse („Silent Inflammation“)
- Mitochondriale Dysfunktion – gestörte Energieproduktion, ATP-Mangel
- Autonome Dysregulation – z. B. Fehlsteuerung von Herz-Kreislauf- und Stresssystem
- Persistierende Virusfragmente oder Reaktivierung latenter Viren (z. B. EBV, HHV-6)
- Darmdysbiose und gestörte Barrierefunktion („Leaky Gut“)
- Mikronährstoffmängel (z. B. Vitamin D, Zink, Selen, B-Vitamine, Coenzym Q10)
- Überaktivierung des Immunsystems mit Autoimmunreaktionen

Das Bild zeigt eine schematische Darstellung der mitochondrialen Dysfunktion, die an der Pathogenese des Postviralen Erschöpfungssyndroms (PVFS) beteiligt ist. Es gibt zahlreiche klinische Merkmale dieser Erkrankung, die häufigsten betreffen Gehirn, Herz, Skelettmuskelzellen, Immunzellen und den Darm. Dysfunktionen treten häufig in mehreren Organsystemen auf, wobei das klinische Spektrum individuell sehr variiert. Der daraus resultierende Abfall der ATP-Produktion (und damit der Energie) aufgrund einer kompromittierten mitochondrialen Membran (Membranpotential) und einer erhöhten Produktion von Sauerstoffradikalen (ROS) schädigt zahlreiche wichtige ATP-verbrauchende Organe bei PVFS-Patienten und verursacht die dargestellten Haupt- und auch Nebensymptome.
Diagnostik in der funktionellen und orthomolekularen Medizin
In meiner Praxis betrachten wir Post-COVID nicht nur symptomorientiert, sondern suchen nach den tieferen Ursachen. Dazu gehören:
- Blutuntersuchungen: Entzündungsmarker (hs-CRP, Zytokine), Schilddrüse, Mikronährstoffe
- Mitochondrien-Diagnostik: Energieproduktion (ATP), oxidativer Stress
- Darmdiagnostik: Mikrobiomanalyse, Zonulin, sekretorisches IgA
- Virologische Diagnostik: z. B. EBV-Reaktivierung
- Herz-Kreislauf-Check: EKG, Herzfrequenzvariabilität (HRV), Belastungstests
- Stoffwechselmarker: Blutzucker, Insulinresistenz
Therapieansätze – individuell und ursachenorientiert
1. Stabilisierung und Energieaufbau
- Mitochondrientherapie: Coenzym Q10, NADH, L-Carnitin, Alpha-Liponsäure
- Antioxidative Therapie: Vitamin C, Vitamin E, Glutathion
- Omega-3-Fettsäuren: entzündungsmodulierend
2. Immunsystem balancieren
- Vitamin D, Zink, Selen für eine regulierte Immunantwort
- Pflanzliche Immunmodulatoren (z. B. Curcumin, Resveratrol, Quercetin)
3. Darmgesundheit wiederherstellen
- Probiotika und Präbiotika zur Stabilisierung des Mikrobioms
- Ballaststoffreiche Ernährung
- Darmsanierung bei nachgewiesener Dysbiose
4. Nervensystem und Stressachse regulieren
- Adaptogene (Rhodiola, Ashwagandha)
- HRV-Training, Atemtechniken, Entspannungsverfahren
- Schlafoptimierung
5. Strukturierte Bewegung
- Vorsicht: Überlastung vermeiden!
- „Pacing“ – langsamer, angepasster Aktivitätsaufbau
- Leichte Bewegung (Spaziergänge, Dehnübungen), je nach Belastbarkeit
Ziel der Behandlung
Die Therapie bei Post-COVID und postviralen Syndromen ist multimodal:
- Beschwerden lindern
- Ursachen an der Wurzel behandeln
- Lebensqualität und Leistungsfähigkeit schrittweise zurückgewinnen
Viele Betroffene erleben im Laufe der Zeit deutliche Verbesserungen, wenn sie gezielt unterstützt und nicht allein gelassen werden.
Fazit
Post-COVID und andere postvirale Syndrome sind komplexe Krankheitsbilder, die Körper, Psyche und Stoffwechsel gleichermaßen betreffen. Mit funktioneller Diagnostik, orthomolekularer Therapie und individueller Begleitung lässt sich der Weg zur Besserung aktiv gestalten.
Wenn Sie anhaltende Beschwerden nach einer Infektion haben, vereinbaren Sie gerne einen Termin in meiner Praxis – wir finden gemeinsam einen ganzheitlichen Therapieansatz.
Long-COVID bezeichnet Beschwerden, die länger als vier Wochen nach einer Infektion bestehen bleiben. Von Post-COVID spricht man, wenn Symptome über zwölf Wochen anhalten und keine andere Ursache erklärbar ist. Beide Begriffe beschreiben ein breites Spektrum körperlicher und neurokognitiver Langzeitfolgen, die mehrere Organsysteme betreffen können.
Häufige Beschwerden sind Fatigue, Belastungsintoleranz, Kurzatmigkeit, Herz-Kreislauf-Symptome, Muskel- und Gelenkschmerzen, Brain Fog, Schlafstörungen sowie Darm- und vegetative Beschwerden. Die Symptomvielfalt entsteht, weil Long-COVID mehrere Systeme gleichzeitig betreffen kann, etwa Immunsystem, Mitochondrien, Gefäße, Nervensystem und Darm.
Die Ursachen sind vielfältig: andauernde Entzündungsprozesse, Immun-Dysregulation, mitochondriale Energiestörungen, virale Reaktivierungen (z. B. EBV), Störungen der Mikrozirkulation, Mastzellaktivierungen sowie Veränderungen des Darmmikrobioms. Diese Mechanismen können einzeln oder kombiniert auftreten und erklären das breite Spektrum körperlicher und kognitiver Symptome.
Es gibt keinen Einzeltest. Die Diagnose basiert auf Anamnese, Symptomverlauf und dem Ausschluss anderer Ursachen. Ergänzend können Laboruntersuchungen hilfreich sein, z. B. Entzündungsmarker, Immunstatus, Mikronährstoffe, mitochondrialer Stoffwechsel, Virusserologien oder Darmparameter. Ziel ist es, individuelle Mechanismen sichtbar zu machen und passend zu behandeln.
Viele Betroffene zeigen Hinweise auf eine anhaltende Immunaktivierung oder eine unausgewogene Immunantwort. Dazu können erhöhte Entzündungsmarker, Veränderungen der Lymphozytenbalance oder Reaktivierungen latenter Viren gehören. Diese Prozesse können Müdigkeit, Belastungsintoleranz und neurokognitive Beschwerden verstärken und sind diagnostisch erfassbar.
Ja. Obwohl keine „Standardtherapie“ existiert, können Beschwerden durch eine individuelle, multimodale Behandlung deutlich verbessert werden. Dazu gehören die Unterstützung von Mitochondrien, Immun- und Entzündungsmodulation, Darm- und Mikrobiom-Therapie, vegetatives Training sowie strukturierte Belastungssteuerung. Der Verlauf hängt stark vom individuellen Mechanismus ab.
Postvirale Syndrome treten auch nach anderen Infektionen auf, z. B. EBV, Influenza oder Enteroviren. Die Mechanismen — etwa Energiestörungen, Immunaktivierung oder neurovegetative Dysregulation — ähneln Long-COVID. Post-COVID gilt daher als spezifische Form eines postviralen Syndroms, ausgelöst durch SARS-CoV-2.
Diese Symptome entstehen häufig durch eine Kombination aus mitochondrialem Energiemangel, Entzündungsprozessen, autonomer Dysregulation und Störungen der Mikrozirkulation. Dadurch steht dem Körper weniger belastbare Energie zur Verfügung. Schon geringe körperliche oder geistige Aktivität kann Symptome verstärken, ein typisches Merkmal bei Long-COVID.
Viele Betroffene zeigen Hinweise auf eine gestörte Darmbarriere, Dysbiose oder reduzierte mikrobielle Vielfalt. Das kann über Entzündungsmediatoren, Immunsystem und Stoffwechsel Beschwerden verstärken. Tests wie I-FABP, Zonulin, SIgA oder Mikrobiomanalysen können helfen, Störungen zu erkennen und gezielt zu behandeln.
Die Dauer ist individuell. Manche Patienten erholen sich über Wochen bis Monate, andere benötigen länger. Entscheidend sind Symptomschwere, begleitende Mechanismen und frühzeitige Behandlung. Ein strukturierter Therapieplan kann Beschwerden stabilisieren, Funktionsfähigkeit verbessern und Rückfälle vermeiden.
Als Post-Vac-Syndrom bezeichnet man anhaltende Beschwerden, die zeitlich nach einer Impfung auftreten und sich nicht vollständig durch andere Ursachen erklären lassen. Die Symptome ähneln teilweise Long-COVID, etwa Fatigue, vegetative Dysregulation, neurokognitive Einschränkungen oder Muskelschmerzen. Wissenschaftlich ist das Syndrom noch nicht eindeutig definiert, wird jedoch klinisch zunehmend beschrieben und individuell abgeklärt.
Es gibt keinen spezifischen Test. Die Diagnostik orientiert sich an den Beschwerden und wird durch eine hochspezielle Labordiagnostik ergänzt. Dabei können Entzündungsmarker, Immunstatus, mitochondriale Parameter, Mikronährstoffe, autonome Funktionstests und ggf. Virusserologien sinnvoll sein. Ziel ist die Identifikation individueller Mechanismen, um eine gezielte, schonende Therapie zu ermöglichen.
